Deutsche Meisterschaft der Professionals in Radolfzell
Bumsfidel war nur das Orchester und die allgemeine Publikumsstimmung im Milchwerk in Radolfzell, wo am Freitag die Deutsche Meisterschaft der Professionals ausgetragen wurde. Hinter den Kulissen sah es anders aus: Wertungsrichter und Paare mit versteinertem Gesicht und immer wieder heimlich fortgewischte Tränen waren nicht die Folge von schlechtem Tanzen und üblen Platzierungen, sondern Trauer über den Tod von Bundestrainer Oliver Wessel-Therhorn, der in der Nacht verstorben war. Eigentlich hätte man die Veranstaltung absagen müssen, doch Professionals müssen eben ganz und gar Profis sein und so fand die Meisterschaft dennoch statt, perfekt organisiert von der Tanzschule Christian Seidel unter der überaus charmanten und kompetenten Turnierleitung von Daniela Seidel. Etliche Paare hatten ihre Teilnahme abgesagt, doch meist waren das 10-Tänze-Paare, die sich den Stress einer Einzeldisziplin wohl nicht antun wollten. Umso erfreulicher, dass unser Paar Matthias Wirth und Annelie Röhrl antrat und sich auch in diesem kleinen Feld durchaus gut behauptete. Die beiden erreichten einen 8. Platz.Ansonsten verlief das Turnier wie erwartet. Sascha und Natascha Karabey, frische Vize-Europameister, erreichten mit allen Einsen in allen Tänzen gewohnt souverän den ersten Platz. Neu-Profis Adrian Klisan
und Johanna-Elisabeth Hahn aus Wetzlar, vormals Amateur-Kaderpaar, wurden Vierte, gefolgt von den ehemaligen Amateur-10-Tänze-Weltmeistern Christoph Kies und Blanca Ribas Turon. Spannung, Aufregung und viel Politik gab es jedoch bei Platz 2 und 3. Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka wurden unter tätiger Mithilfe etlicher Wertungsrichter mit Platzierungen wie 3 und sogar 4 bedacht, damit Oliver und Jasmin Rehder den Vize machen konnten und die Startberechtigung für Europa- und Weltmeisterschaft erhalten. Damit alles klar ging, vergriff man sich bei der künstlerischen Kürwertung sogar bis hinunter zur 5,6. Fürs kundige Publikum ein Skandal. Aber echte Professionals müssen auch durch so was durch. Vielleicht sollte man Tanzen doch lieber bei der Kunst als beim Sport und der Verbandspolitik ansiedeln. So war es ein emotional sehr bewegter Abend. Mit der Kür von Sascha und Natascha Karabey als Höhepunkt: sie tanzten ihre Oliver Wessel-Therhorn-Choreographie wie ein Requiem. Beim anschließenden Essen der Professionals hat Sascha dann auch intern eine berührende Rede auf ihn gehalten.Ute Fischbach-Kirchgraber
Vielen Dank an Thomas Kirchgraber für die super schönen Fotos!
![]() Matthias Wirth und Annelie Röhrl
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Felix Schäfer und Nina Ciechowski (6. Platz), Karabeys, Alexander Einfinger und Juliane Strehmann.
![]() Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka aus Nürnberg
![]() Adrian Klisan und Johanna-Elisabeth Hahn aus Wetzlar (Platz 4)
![]() Sascha und Natascha Karabey aus Bad Homburg
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und Johanna-Elisabeth Hahn aus Wetzlar, vormals Amateur-Kaderpaar, wurden Vierte, gefolgt von den ehemaligen Amateur-10-Tänze-Weltmeistern Christoph Kies und Blanca Ribas Turon. Spannung, Aufregung und viel Politik gab es jedoch bei Platz 2 und 3. Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka wurden unter tätiger Mithilfe etlicher Wertungsrichter mit Platzierungen wie 3 und sogar 4 bedacht, damit Oliver und Jasmin Rehder den Vize machen konnten und die Startberechtigung für Europa- und Weltmeisterschaft erhalten. Damit alles klar ging, vergriff man sich bei der künstlerischen Kürwertung sogar bis hinunter zur 5,6. Fürs kundige Publikum ein Skandal. Aber echte Professionals müssen auch durch so was durch. Vielleicht sollte man Tanzen doch lieber bei der Kunst als beim Sport und der Verbandspolitik ansiedeln. So war es ein emotional sehr bewegter Abend. Mit der Kür von Sascha und Natascha Karabey als Höhepunkt: sie tanzten ihre Oliver Wessel-Therhorn-Choreographie wie ein Requiem. Beim anschließenden Essen der Professionals hat Sascha dann auch intern eine berührende Rede auf ihn gehalten.








